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Göttliche Weine


Göttliche Weine

Nicht weinen Frankreich, doch die ersten Weinbauern Europas waren die (Ur)Bulgaren. Bereits 5.000 Jahre vor Christi Geburt brachten sie, die Thraken, die ersten Rebstöcke aus Asien mit und bauten im Mariza-Tal (in der heutigen Stadt Plovdiv) den Pamid an. Eine der ältesten Weinsorten überhaupt.

Die Weintradition wurde im Osten Bulgariens variantenreich fortgesetzt. Frühzeitliche Presseberichte in Homers lias und der Odyssee zeugen vom ersten praktisch professionell betriebenen Weinanbau der Thraken. Und von den Griechen und Phöniziern, die neue Rebsorten von Ihren (Kriegs)Reisen ins heutige Bulgarien importierten und kultivierten.

Die Erfolgsgeschichte geht weiter

Im Mittelalter baute der bulgarische Klerus das Weingeschäft stetig aus. Fast alle bulgarischen Klöster betrieben den Weinbau auch während der osmanischen Besetzung (1396-1878). Das heißt, sie ignorierten knapp 500 Jahre lang erfolgreich die vom Koran verbotene Alkoholproduktion und schafften zum Ende des 19. Jahrhunderts über 50.000 Hektar Weinbauflächen.

Mit Beginn der Industrialisierung galoppiert die bulgarische Weinproduktion ungebremst in das 20. Jahrhundert und wird auch vom Zweiten Weltkrieg wie durch die anschließende Kollektivierung nach sozialistischem Prinzip nicht aufgehalten.

Als man im amerikanischen Woodstock 1968 den Summer of Love feiert, freut sich die bulgarische Weinwirtschaft über die Erfüllung der produktiven Rebstock-Planziele auf über 200.000 Hektar Anbaufläche.

Der Gott des Weines ist Bulgare!

Über die unökonomische Preispolitik der (u.a. von der Sowjetunion diktierten) Planwirtschaft verringert sich die Gesamtanbaufläche der Weingebiete ab den 80er-Jahren bis heute auf etwa 160.000 Hektar.

Mit dem EU-Beitritt und den damit verbundenen privatwirtschaftlichen Ambitionen werden zunehmend Top-Qualitäten an jung-fruchtigen wie auch fassgereiften, charaktervollen Weinen aus authochtonen (einzigartig einheimischen) Rebsorten und europäischen Edelreben produziert.

Weine wie der mit der Mundus-vini-Goldmedaille ausgezeichnete Zar Simeon Reserva erreichen nun endlich auch den westeuropäischen Kenner-Gaumen über den Wein- und Spirituosenfachhandel (meist für unter 10 Euro die Flasche!) und die gehobene Gastronomie.

Übrigens, im Vertrauen: Der Gott des Weines und der Fruchtbarkeit, Dionysos, ist thrakischen Ursprungs und damit aus heutiger Sicht Bulgare!




Klima und Böden

Bulgarien gehört zu den Ländern mit der längsten Weinbautradition Europas. Das Land liegt im Zentrum der Balkanhalbinsel und auf den gleichen Breitengraden wie die Toskana und Bordeaux und bietet daher auch ähnlich gute Bedingungen für den Weinanbau und dessen Bereitung. Das Klima, die Landschaft und die Bodenbeschaffenheit bieten exzellente Bedingungen für den Weinbau. Das Land befindet sich zwischen dem gemäßigten kontinentalen und dem mediterranen Klimagürtel. Die verschiedenen Gebirgsformationen (Pirin, Rhodopen, Balkan, etc.) schützen das Land vor ägäischen und adriatischen Klimaeinflüssen, was der Grund dafür ist, dass das Klima geringfügig kühler ist als in Südfrankreich oder Mittelitalien.

Mittlere Jahrestemperaturen in Bulgarien

Quelle: Bulgarisches Meteorologisches Institut, Sofia 2008

Das gemäßigte kontinentale Klima ist für den Weinbau besonders günstig. Die Niederschläge fallen meist im Frühjahr oder Frühsommer. Der Sommer ist heiß und der Herbst warm und trocken. Laut Aussagen führender Weinwissenschaftler erfordert die normale Entwicklung der Weinreben und die normale Reife der Weintrauben eine Summe der aktiven Jahrestemperatur (Summe der durchschnittl. Tagestemperaturen im Zeitraum von der Blüte bis zur Lese) von mindestens 2750 Grad Celsius, eine durchschnittliche Temperatur im wärmsten Jahresmonat über 18,3 Grad Celsius und eine Jahresniederschlagsmenge, nicht geringer als 370 l/qm.

Die langfristigen meteorologischen Angaben über Bulgarien zeigen, dass die Summe der aktiven Jahrestemperatur in den verschiedenen Gebieten zwischen 2800 und 4500 Grad Celsius schwankt und die Durchschnittstemperatur im wärmsten Jahresmonat von 20,1 bis 24,4 Grad Celsius beträgt. Die Jahressumme der Niederschläge, günstig verteilt in der Zeit der Rebenvegetation, liegt zwischen 470 und 953 l/qm. Bei diesen idealen Klimabedingungen entwickeln sich die Reben prächtig und die Traubensorten unterschiedlicher Vegetationsperioden erhalten die notwendige Reife durch die kräftig bis tief in den Herbst hinein scheinende Sonne. Rotweinkenner wissen, dass Rebsorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot besonders viel Sonne brauchen, um nach einem vollendeten Reifeprozess das vollständige Aroma entwickeln zu können. Die ausgereiften und kerngesunden Trauben sind die notwendige Grundlage für die Erzeugung der unverwechselbaren bulgarischen Rotweine.

Die Böden Bulgariens

1 Schwarzerden auf Löß (oft Kalk-haltig) Nord-Bulgarien
2 Graue Waldböden (Podsole, Parabraunerden), z.T tonig, kalkig nördliches Vorland der Stara Planina
3 Braunerden der unteren und mittleren Gebirgslagen Stara Planina, Rhodopen
4 Smonitzen (schwere Tonböden) Thrakische Ebene, Tiefland von Burgas
5 Zimtfarbene Böden (feinerdige, tonige Verwitterungsmaterialien) Süd-Bulgarien
6 Gebirgsböden der hohen Lagen (Rohböden, steinig)
7 Auenböden und Moore Flusstäler
Quelle: Karsten Grunewald Natur- und Kulturlandschaften Bulgariens, Biblion-Verlag, Marburg 1998

Die große Bodenvielfalt (sandige, dunkelgraue, braune, aluviale, Humuswald- und Karbonatböden) und die günstigen Klimafaktoren bedingen den Anbau einer Vielzahl von Rebsorten. Die Rebflächen befinden sich an den zahlreichen Gebirgsausläufern, in den Seitentälern und den Flussniederungen. Hunderte von tiefen, fruchtbaren Täler mit unzähligen Flussläufen stellen eine Art von Mikroregionen mit absolut eigenständigem Charakter der Weine dar.

Das Weinbauland Bulgarien hat einen sehr geringen Ertrag pro Hektar, verursacht durch die Pflanzung der Rebstöcke in sehr breiten Zeilenabständen, was der Qualität des Weines zugute kommt. Diese Art des Anbaus benötigt allerdings viel wärmespeichernden Boden und günstig verteilte und ausreichende Niederschläge, was in Bulgarien in jedem Fall gegeben ist. Durch Reduzierung der Erträge (Rebschnitt, grüne Lese) wird eine Qualitätserhöhung erreicht.

Die Anbau-Voraussetzungen in Bulgarien sind derartig günstig, dass einige Fachleute von der Entwicklung eines Europäischen Napa Valley sprechen. In den über 120 Kellereien im Land reift eine große Auswahl von erlesenen Weinen heran.

Die Weinkategorien, Qualiätsbezeichnung und Weintypen

Quelle: sippo Zürich 2006, Zakon za vinoto i spirtnite napitki 1999 (Wein-und Spirituosengesetz 1999)

Die 2 großen Weinkategorien sind:
TAFELWEIN Als Tafelwein wird der Wein bezeichnet, der aus Trauben genehmigter und empfohlener Rebsorten erzeugt wird und einen natürlichen Alkoholgehalt von wenigstens 7,5%vol, einen effektiven Alkoholgehalt von mindestens 9%vol und einen Gesamtalkoholgehalt von höchstens 20%vol aufweist und titrierbare organische Säuren, gemessen als Weinsäure, mit einem Mindestgehalt von 4,5 g/l enthält. Als regional wird der Tafelwein bezeichnet, bei dessen Kennzeichnung die Verwendung eines geographischen Hinweises zulässig ist, unter der Bedingung jedoch, dass der Wein aus Trauben der ausdrücklich als genehmigt oder empfohlen festgelegten Rebsorten und in der Weinregion, deren Namen der Wein trägt, erzeugt wurde.

Junger Weinberg in Bulgarien

Junger Weinberg in Bulgarien

Qualitätswein aus einer bestimmten Region

Als Qualitätswein aus einer bestimmten Region wird der Wein bezeichnet, der aus einer genau bestimmten und abgegrenzten Weinbauregion, Mikroregion und Weinbergslage stammt, deren Name für die Kennzeichnung des Weins verwendet wird. Seine Eigenschaften und Merkmale sind hauptsächlich auf das geographische Umfeld zurückzuführen. Erzeugung und Verarbeitung müssen in der bestimmten Region oder Mikroregion erfolgen.

Die laut Gesetz zugelassenen Qualitätsbezeichnungen sind:
Premium darf verwendet werden unter der Bedingung, dass der Wein aus einer Rebsorte hergestellt wurde, deren Trauben sich durch die höchste Qualität im Rahmen der gesamten Ernte auszeichnen und deren Menge höchstens 10% der Gesamternte ausmacht.

Premium Reserve darf verwendet werden unter der Bedingung, dass der Wein aus einer Rebsorte und aus der besten Jahrgangspartie erzeugt wurde. Der Wein kann, muss aber nicht eine Fassreife durchgemacht haben.

Reserve darf verwendet werden unter der Bedingung, dass der Wein aus einer Rebsorte hergestellt und mindestens ein Jahr vor dessen Vermarktung, gerechnet vom November des Erntejahres, abgelagert wurde.

Barrique darf verwendet werden bei einem Qualitätswein aus einer bestimmten Region unter der Bedingung, dass die alkoholische Gärung in einem Eichenholzfass mit einem Volumen von bis zu 500 Litern erfolgt ist.

Premium Oak oder Erste Gärung in Eichenholzfass darf verwendet werden unter der Bedingung, dass die Reifung in einem neuen Eichenholzfass (Erstbelegung) mit einem Volumen von bis zu 500 Litern erfolgt ist.

Spezial Reserve darf verwendet werden unter der Bedingung, dass der Wein aus einer Rebsorte hergestellt wurde oder ein nachweislich genau bestimmter Verschnitt ist und nach Ablauf der Lagerungsfrist, die in der Verordnung zum Qualitätswein aus einer bestimmten Region festgelegt ist, mindestens ein weiteres Jahr abgelagert wurde.

Spezialselection kann verwendet werden unter der Bedingung, dass der Wein aus einer Rebsorte hergestellt ist oder ein nachweislich genau bestimmter Verschnitt ist und nach Ablauf der Lagerungsfrist, die in der Verordnung zum Qualitätswein aus einer bestimmten Region festgelegt ist, noch mindestens zwei Jahre abgelagert wurde.

Kollektion kann verwendet werden unter der Bedingung, dass der Wein aus einer Rebsorte hergestellt ist oder ein nachweislich genau bestimmter Verschnitt ist und nach Ablauf der Lagerungsfrist, die in der Verordnung zum Qualitätswein aus einer bestimmten Region festgelegt ist, noch mindestens ein weiteres Jahr abgelagert wurde, in Flaschen mindestens ein Jahr nach Ausschöpfung der Partie Spezialreserve abgelagert wurde und seine Menge höchstens die Hälfte der Partie Spezialreserve ausmacht.

Als Likörwein wird der Wein bezeichnet, der aus frischer oder teilweise gegorener Traubenmaische oder Traubenmost, Wein oder einer Mischung daraus unter Zugabe von Äthylalkohol landwirtschaftlicher Herkunft oder von Weindestillat erzeugt wird. Likörwein hat einen vorhandenen Alkoholgehalt von mindestens 15%vol und höchstens 22%vol und einen Gesamtalkoholgehalt von mindestens 17,5%vol aufzuweisen.

Fasznation Weinlese 
Fasznation Weinlese

Als Spätlesewein wird der Wein bezeichnet, der aus Traubenmost mit einem ursprünglich natürlichen Mindestzuckergehalt von 212 g/l hergestellt wird, wobei die Gärung durch Zugabe von Äthylalkohol, Weindestillat oder andere zugelassene önologische Methoden abgebrochen wurde. Das Rohmaterial für seine Herstellung soll mindestens zu 85% aus gut gereiften, teilweise getrockneten Weintrauben bzw. von BOTRYTIS CINEREA befallenen Weintrauben bestehen.

Die Weine werden unterteilt in die Weinarten STILLE WEINE und SCHÄUMENDE WEINE.


Die Weintypen nach der Geschmacksrichtung bei stillen Weinen bestimmt das Gesetz wie folgt:
Stille Weine Typen Restzuckergehalt (RZ) Zusätzliche Bestimmung
Trocken bis 4 Gramm/Liter kann auch bis zu 9 g/l sein, sofern der Säuregehalt 2 g/l darunter ist.
Halbtrocken 4 bis 12 Gramm/Liter kann auch bis zu 18 g/l sein, sofern der Säuregehalt 10 g/l darunter ist.
Lieblich (Halbsüß) 2 bis 45 Gramm/Liter
Süß über 45 Gramm/Liter